BVT* kritisiert Razzia in der Casa Kuà.

Die Kriminalisierung queerer Menschen und Initiativen in der Gesundheitsversorgung muss enden!

Der BVT* verurteilt die Durchsuchung der Casa Kuà und die damit verbundene Kriminalisierung queerer Selbstorganisation aufs Schärfste. Eine Initiative, deren Angebote sich in erster Linie an Personen mit Rassismuserfahrung sowie trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen richtet, muss ein geschützter Ort sein. In diesem Zusammenhang eine Durchsuchung mit Dutzenden Polizeibeamt*innen anzuordnen ist unverhältnismäßig und wiederholt die Gewalt und die Diskriminierung, die insbesondere mehrfachmarginalisierte trans* und nicht-binäre Personen täglich erfahren.
 
Mari Günther, Fachreferentin für Beratungsarbeit und Gesundheitsversorgung beim BVT*, sagt dazu: „Die Razzia ist ein alarmierendes Zeichen dafür, wie selbstorganisierte Unterstützungsstrukturen kriminalisiert werden, während das reguläre Versorgungssystem trans* und nicht-binäre Menschen zunehmend im Stich lässt. Die Lage in der Trans*gesundheitsversorgung ist prekär. Vielen trans* und nicht-binären Personen ist es aktuell nicht möglich, eine Hormontherapie zu beginnen oder diese fortzuführen. Gründe dafür sind die hohen Barrieren im Gesundheitswesen. So sind nicht-binäre Personen pauschal von der Kostenübernahme einer Hormontherapie oder anderer geschlechtsangleichender Maßnahmen ausgeschlossen. Insbesondere trans* und nicht-binäre Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltstitel stehen oft vor unüberwindbaren Hürden und sind auf selbstorganisierte Netzwerke und Initiativen angewiesen, um eine Hormontherapie durchzuführen.“
 
Der BVT* fordert, endlich eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung von trans* und nicht-binären Personen zu installieren. Eine selbstverantwortete Hormontherapie stellt per se kein gesundheitliches Risiko dar, eine ärztliche Begleitung ist dabei sinnvoll und fachgerecht. Zudem fordert der BVT* die Krankenkassen auf, sich an die Aufforderung des GKV-Spitzenverbands zu halten und entsprechend die Versorgung auch von Neupatient*innen weiterzuführen, bis eine neue Regelung in Kraft tritt.
 
Mari Günther, Fachreferentin für Beratungsarbeit und Gesundheitsversorgung beim BVT*, sagt abschließend: „Wenn Krankenkassen notwendige Hormontherapien erschweren oder gar verweigern, schaffen sie selbst die Versorgungslücken. Statt Betroffene und solidarische Strukturen unter Druck zu setzen und zu kriminalisieren, müssen die Verantwortlichen endlich einen niedrigschwelligen, diskriminierungsfreien Zugang zu geschlechtsangleichender Gesundheitsversorgung sicherstellen.“

Dieses Statement ist als Pressemitteilung des BVT* erschienen und kann als PDF heruntergeladen werden.

Grafik. Da steht: "Presseerklärung des BVT - 19. Oktober 2026. Bundesverband Trans* kritisiert Razzia in der Casa Kuà / Die Kriminalisierung queerer Menschen und Initiativen in der Gesundheitsversorgung muss enden!" Zeichnung eines Hauses mit einem Herz in der Mitte. Die Kachel hat einen türkisfarbenen Rahmen.