Weltärztebund setzt mit überarbeiteter Erklärung zu Trans*geschlechtlichkeit ein Zeichen für konsequente Entpathologisierung und evidenzbasierte Medizin

Zum internationalen Tag der Gesundheitsversorgung am heutigen 12.12. stellt der Bundesverband Trans* das überarbeitete Statement des Weltärztebundes (World Medical Association) in den Mittelpunkt:

Der Weltärztebund hat sein 2015 veröffentliches “Statement on Transgender People” überarbeitet: Mit der neuen Fassung schärft der WMA seine Postion: Er stellt klar, dass trans* und nicht-binäre Personen nicht pathologisiert werden dürfen – und dass Staaten, Gesundheitseinrichtungen und medizinische Fachgesellschaften in der Verantwortung stehen, trans* und nicht-binäre Personen endlich umfassend zu schützen.

In einer globalen Lage, in der trans* und nicht-binäre Personen zunehmend Ziel politischer Hetze, orchestrierter Desinformation und systematischer Repathologisierungsversuche werden, ist dieses Statement ein kraftvolles Gegensignal. Der Weltärztebund macht deutlich: Geschlechtsidentität ist keine Krankheit. Und geschlechtsaffirmierende Gesundheitsversorgung ist nicht nur medizinisch notwendig, sondern evidenzbasiert, wirksam und lebensrettend.

Mari Günther, Referentin für Gesundheitsversorgung und Beratung, sagt dazu: „Die Debatte um die medizinische Versorgung von trans* und nicht-binären Personen wird immer wieder von Stimmen beeinflusst, die wissenschaftliche Erkenntnisse bewusst verzerren. Es wird behauptet, die aktuelle Behandlung von trans* und nicht-binären Personen sei nicht evidenzbasiert. Doch die internationale Ärzteschaft widerspricht dem eindeutig. Hätte es keine belastbare Evidenz gegeben, hätte der Weltärztebund dieses Statement nicht in dieser Klarheit verabschiedet.” 

Der WMA hebt in seinem Statement zudem erstmals den Schutz von trans* und nicht-binären Ärzt*innen, Pflegekräften und Medizinstudierenden hervor. Damit wird sichtbar, dass Trans*feindlichkeit nicht nur Patient*innen betrifft, sondern sich auch auf Ausbildungen und Berufslaufbahnen auswirkt. Der WMA fordert deshalb konsequent diskriminierungsfreie Arbeitsbedingungen und institutionelle Schutzmechanismen.

Mari Günther sagt dazu weiter: “Dieses Statement ist weit mehr als eine medizinische Positionsbestimmung. Es ist ein letztlich auch ein Menschenrechtsdokument. Es ermahnt Staaten zur Umsetzung einer modernen, affirmativen Gesundheitsversorgung und zur klaren Absage an jede Form von Konversionsbehandlung oder anderen pseudo-medizinischen Praktiken, die darauf abzielen, die Identität von trans* und nicht-binaren Personen zu unterdrücken. Wir sind stolz darauf, dass deutsche Vertreter*innen an zentraler Stelle an der Entwicklung dieses Statements mitgewirkt haben. Jetzt ist der Moment, aus internationaler Verantwortung nationales Handeln zu machen und in Deutschland eine verlässliche Gesundheitsversorgung zu etablieren. 

Das komplette Statement des Weltärztebundes kann hier abgerufen werden (hier klicken).

Zeichnung von 3 Papierblättern mit Text, der Dokumente darstellt. In der unteren rechten Ecke befindet sich das Bundesverband Trans* Logo.